Diese Blutwerte solltest Du regelmäßig testen
Blutwerte sind eine Art Frühwarnsystem für Deinen Körper. Sie zeigen, ob Stoffwechselprozesse stabil laufen, ob Entzündungen vorliegen oder ob Organe optimal arbeiten. Viele Risiken lassen sich erkennen, bevor sie zu spürbaren Beschwerden führen. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass einzelne Werte keine Diagnose darstellen. Sie liefern Hinweise, die immer im Zusammenhang mit Lebensstil, Symptomen und weiteren Untersuchungen betrachtet werden sollten. Dennoch bieten sie eine wertvolle Grundlage, um die eigene Gesundheit aktiv zu steuern.
HbA1c – der Langzeitblutzucker
Der HbA1c-Wert gibt an, wie hoch Dein Blutzuckerspiegel in den letzten zwei bis drei Monaten im Durchschnitt war. Er ist einer der wichtigsten Marker zur Diagnose von Diabetes.
Ein erhöhter HbA1c-Wert deutet darauf hin, dass der Körper Zucker nicht mehr optimal verarbeitet. Oft geschieht das schleichend, häufig lange bevor klassische Symptome wie starker Durst oder häufiges Wasserlassen auftreten.
Gerade bei Müdigkeit, Heißhunger oder Übergewicht lohnt sich ein Blick auf diesen Wert. Er zeigt nicht nur bestehende Probleme, sondern auch frühe Vorstufen wie eine Insulinresistenz.
Cholesterin – Risiko für Herz und Gefäße
LDL-Cholesterin wird oft als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet. Zur Bewertung des Gesamtcholesterinspiegels werden zwei Lipoproteinarten betrachtet:
- High Density Lipoproteine (HDL) - höherer Fettanteil
- Low Density Lipoproteine (LDL) - weniger Fettanteil
LDL bringt Cholesterin von der Leber aus zu den Organen und HDL transportiert überschüssiges Cholesterin wieder zurück zur Leber, damit es abgebaut werden kann. Ist der Fettanteil bei LDL zu hoch, erhöhen sich die Gesamtcholesterinwerte. Ein dauerhaft erhöhter LDL-Wert gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Überschüssiges Cholesterin kann sich in den Gefäßwänden ablagern. Über Jahre hinweg kann das zu Arteriosklerose, einer Verengung der Blutgefäße, führen.
CRP – Entzündungen im Körper erkennen
Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein sehr empfindlicher Marker für Entzündungen im Körper. Es steigt an, wenn das Immunsystem aktiv ist, zum Beispiel bei Infektionen oder Gewebeschäden.
Ein stark erhöhter CRP-Wert deutet meist auf eine akute Entzündung hin, etwa durch eine bakterielle Infektion. Interessant ist jedoch auch der leicht erhöhte Bereich: Dieser kann auf sogenannte „stille Entzündungen“ hinweisen, die langfristig mit chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen oder Stoffwechselstörungen in Verbindung stehen.
CRP ist damit ein wichtiger Wert, um unterschwellige Belastungen in Deinem Körper sichtbar zu machen.
Kreatinin – Nierenfunktion im Blick
Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels und wird über die Nieren ausgeschieden. Der Wert im Blut gibt Aufschluss darüber, wie gut Deine Nieren arbeiten.
Sind die Kreatininwerte erhöht, kann das darauf hindeuten, dass die Filterfunktion der Nieren eingeschränkt ist. Besonders wichtig ist dieser Wert für Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes, da diese Erkrankungen die Nieren langfristig schädigen können.
GPT / GGT – Lebergesundheit erkennen
Die Leber ist ein zentrales Stoffwechselorgan und arbeitet oft lange unbemerkt im Hintergrund.
GPT
Hauptsächlich in der Leber vorhanden, spielt es eine zentrale Rolle im Aminosäurestoffwechsel. Ein erhöhter GPT-Wert weist oft auf eine Schädigung der Leberzellen hin. Die Erhöhung von GPT deutet oft auf akute oder chronische Lebererkrankungen hin, wie Hepatitis oder Fettleber. Sie können auch durch Medikamente oder Alkoholmissbrauch verursacht werden.
GGT
Dieses Enzym ist in der Leber und in anderen Organen, wie der Bauchspeicheldrüse und den Nieren, vorhanden. Es ist besonders sensibel für Veränderungen in der Leber und den Gallenwegen. Hohe GGT-Werte sind häufig ein Zeichen für einen zu hohen Alkoholkonsum, Gallenwegserkrankungen oder andere Lebererkrankungen. Ein isolierter Anstieg der GGT kann auch auf Probleme mit den Gallenwegen hinweisen, während GPT möglicherweise normal bleibt.
Wenn sowohl GPT als auch GGT erhöht sind, deutet dies in der Regel auf eine Lebererkrankung hin. Ein hoher GGT-Wert zusammen mit einem normalen GPT-Wert kann auf eine Erkrankung der Gallenwege oder einen chronischen Alkoholkonsum hindeuten. Eine Kombination von beiden erhöhten Werten kann auf eine akute Leberentzündung oder Schädigung hinweisen. Die gleichzeitige Bewertung von GPT und GGT hilft, ein umfassenderes Bild Deiner Lebergesundheit zu erhalten.
Wie oft sollte man diese Werte überprüfen?
Für gesunde Erwachsene ist es sinnvoll, diese Werte etwa einmal pro Jahr im bestimmen zu lassen. Bei bestehenden Risikofaktoren, etwa Übergewicht, Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung, können häufigere Kontrollen sinnvoll sein.
Entscheidend ist dabei nicht nur der einzelne Wert, sondern auch die Entwicklung über die Zeit.
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