Wissenswertes zur Sonnencreme -  Die richtige Anwendung

Sonnencreme gehört für viele bereits zu einem Sommertag dazu. Allerdings solltest Du einige Punkte beachten, um die tatsächliche Schutzwirkung zu erreichen. Wir stellen Dir wissenswerte Fakten und Tipps zusammen, um den Sommer gut geschützt und ohne Sonnenbrand und Hautschäden genießen zu können.

27. JUL 2026 · Von vivatura
Wissenswertes zur Sonnencreme -  Die richtige Anwendung

Wie schützt die Sonnencreme?

Sonnenschutzmittel enthalten UV-Filter, die verhindern sollen, dass ein großer Teil der UV-Strahlung in Deine Haut eindringt. Dabei wird zwischen organischen und mineralischen UV-Filtern unterschieden.

Organische, häufig auch als chemisch bezeichnete UV-Filter nehmen UV-Strahlung auf und geben die aufgenommene Energie in Form energieärmerer Wärmestrahlung wieder ab. Mineralische beziehungsweise physikalische Filter, beispielsweise Titan- oder Zinkoxid, absorbieren, streuen und reflektieren die Strahlung. Viele Sonnenschutzmittel enthalten eine Kombination verschiedener Filter.

Sonnencreme kann das Auftreten eines Sonnenbrands verzögern. Wissenschaftliche Erkenntnisse weisen außerdem darauf hin, dass Sonnenschutzmittel vorzeitiger Hautalterung und bestimmten Formen von Hautkrebs vorbeugen können. Dafür sollte das ausgewählte Produkt sowohl vor UV-B- als auch vor UV-A-Strahlung schützen. Der UV-A-Schutz wird auf der Verpackung gesondert ausgewiesen.

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor?

Der Lichtschutzfaktor, kurz LSF, beschreibt in erster Linie den Schutz vor UV-B-Strahlung. Er gibt an, wie viel länger sich eine Person theoretisch in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Wie lange die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt werden kann, hängt unter anderem vom Hauttyp und von der aktuellen Stärke der UV-Strahlung ab. Diese Zeit wird als Eigenschutzzeit bezeichnet.

Kann sich eine Person bei einem bestimmten UV-Index beispielsweise zehn Minuten in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu entwickeln, ergibt sich bei einem Sonnenschutzmittel mit LSF 30 folgende theoretische Schutzdauer:

10 Minuten Eigenschutzzeit × LSF 30 = 300 Minuten

Rechnerisch wären das fünf Stunden. In der Praxis sollte diese Zeit jedoch keinesfalls vollständig ausgeschöpft werden. Die tatsächliche Schutzwirkung wird unter anderem durch eine zu geringe Auftragsmenge, Schwitzen, Baden, Abtrocknen oder das Reiben der Kleidung beeinflusst. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt deshalb, höchstens 60 Prozent der theoretisch errechneten Schutzdauer zu nutzen.

Im genannten Beispiel wären das:

300 Minuten × 60 Prozent = 180 Minuten

Dabei handelt es sich weiterhin lediglich um einen Orientierungswert. Auch ein hoher Lichtschutzfaktor bietet keinen vollständigen Schutz und sollte nicht dazu verleiten, länger in der Sonne zu bleiben.

Wie viel Sonnencreme ist nötig?

Person hält eine Tube Creme in der Hand und gibt etwas auf die andere Hand. Außerdem sieht man eine Uhr, eine Sonnenbrille und einen Sonnenhut.

Damit der angegebene Lichtschutzfaktor erreicht wird, muss ausreichend Sonnencreme aufgetragen werden. Bei der Bestimmung des LSF wird mit einer Menge von zwei Milligramm Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Haut gerechnet.

Für den gesamten Körper eines Erwachsenen entspricht das ungefähr vier gehäuften Esslöffeln Sonnencreme. Eine Flasche mit 200 Millilitern Inhalt wäre dementsprechend nach etwa fünf vollständigen Anwendungen aufgebraucht.

In der Praxis verwenden viele Menschen deutlich weniger. Das kann die Schutzwirkung erheblich reduzieren. Wird beispielsweise nur die Hälfte der erforderlichen Menge aufgetragen, kann sich der tatsächliche Lichtschutzfaktor um etwa zwei Drittel verringern. Ein Sonnenbrand kann dann trotz eines vermeintlich hohen LSF schnell entstehen.

Die richtige Auftragung

Das Sonnenschutzmittel sollte großzügig und gleichmäßig auf alle unbedeckten Hautstellen aufgetragen werden. Dabei werden einige Bereiche besonders häufig vergessen:

  • Ohren und der Bereich hinter den Ohren
  • Nase und Lippen
  • Stirn und Haaransatz
  • Nacken und Schultern
  • Dekolleté
  • Hände und Fußrücken
  • Kniekehlen
  • Glatze oder dünn behaarte Kopfbereiche

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, Sonnencreme etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufzutragen. So kann sie sich gleichmäßig verteilen und der vorgesehene Schutz vollständig entstehen.

Wer Make-up oder andere Hautpflegeprodukte verwendet, kann die Sonnencreme nach der normalen Pflege und vor dem Make-up auftragen. Wichtig ist, dass dabei weiterhin eine ausreichende Menge verwendet und die Schutzschicht nicht wieder abgerieben wird.

Nachcremen nicht vergessen

Sonnencreme sollte mindestens alle zwei Stunden erneut aufgetragen werden. Zusätzlich ist das Nachcremen wichtig:

  • nach dem Baden
  • nach starkem Schwitzen
  • nach dem Abtrocknen
  • nach sportlicher Aktivität
  • wenn Kleidung oder Sand die Creme abgerieben haben

Das gilt auch für wasserfeste Sonnenschutzmittel. Die Bezeichnung „wasserfest“ bedeutet nicht, dass der Schutz nach dem Baden vollständig erhalten bleibt. Durch das Nachcremen wird die bestehende Schutzwirkung aufrechterhalten. Die maximale Schutzdauer verlängert sich dadurch jedoch nicht. 

Das Wichtigste auf einen Blick

Bunter Sonnenschirm und blau-weiß gestreifter Sonnenstuhl vor lila Hintergrund.

Vor dem Aufenthalt im Freien lohnt sich eine kurze Kontrolle:

  • Das Sonnenschutzmittel besitzt mindestens LSF 30.
  • Bei hoher UV-Belastung oder besonders empfindlicher Haut wird LSF 50+ verwendet.
  • Das Produkt schützt sowohl vor UV-B- als auch vor UV-A-Strahlung.
  • Die Creme wird 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen.
  • Alle unbedeckten Hautstellen werden großzügig eingecremt.
  • Nach spätestens zwei Stunden wird nachgecremt.
  • Nach dem Baden, Schwitzen und Abtrocknen wird der Schutz erneuert.
  • Die theoretische Schutzdauer wird nicht vollständig ausgeschöpft.

Wichtig ist außerdem: Sonnencreme ist nur ein Teil des Sonnenschutzes. An erster Stelle steht, starke UV-Strahlung möglichst zu meiden. Schatten, schützende Kleidung, eine geeignete Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille schützen ebenfalls vor UV-Strahlung. Sonnencreme kommt vor allem an Hautstellen zum Einsatz, die nicht durch Kleidung bedeckt werden können.

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